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Wasch mich, aber mach mich nicht nass?

Wer sucht es nicht: das Hilft-Immer-Kraut, den Trick 17, Tipps und Lösungen? Aus dem Wunsch nach schnellen, unkomplizierten Lösungen in vielen Bereichen unseres (Berufs)Lebens, etablierte sich über Jahrzehnte eine gewisse „Psychoszene“ in Training und Coaching.

Kennen Sie die Ansätze des „Positiven Denkens“ der Tschakka-Typen, die postulieren: „Schaue früh in den Spiegel, lächele dich an und rufe: „Ich schaffe das!“? Nun ja, wenn ich früh in den Spiegel schaue, drücke ich Zahnpasta auf meine Zahnbürste, zähle neue Falten und überlege, ob in der Küche das Teewasser schon kocht. In gefüllten Hallen versprechen immer noch Gurus den schnellen Erfolg, Menschen steigen auf Stühle, vollführen gemeinsam La-Ola-Wellen und wundern sich, warum ihr Chef immer noch so blöd ist, nachdem sie die Halle verlassen haben. Mit positiven Denken müsste er doch netter geworden sein? Nein, das ist nicht 90er-Jahre-Style! Diese „Trainer“ gibt es noch immer!

Kennen Sie die tausenden Persönlichkeitsanalyseverfahren wie MBTI oder DISG? Schublade auf, Mensch rein. Ich bin ENFJ und du bist ISTJ. Ich kannte einen Geschäftsführer, der trug sein MBTI-Profil wie ein Namensschildchen am Anzug und verlangte von seinen Mitarbeitern: „Ich bin dieser Typ! Stelle dich auf MICH ein! Wenn der Umgang mit mir schief geht, bist du schuld!“ Welche erfrischende Arroganz! Profile über Profile werden bestimmt und strotzdem geht die Kommunikation im Team oder zu Hause schief? Wann haben Sie zuletzt die Validität dieser Verfahren überprüft?

Kennen Sie Organisationsaufstellungen? Wie weit steht Monika von Wolfgang entfernt? Wer steht dazwischen? Was sagt das über deren Zusammenarbeit aus?

Kennen Sie Graphologie? Die Unterlängen des Buchstabens „g“ geben Auskunft über Ihr Sexualleben. Das glauben Sie nicht! Doch, das ist psychologisch erwiesen!

Haben Sie mir schon einmal im Sinne des NLP oder der Suggestopädie fest in die Augen geschaut und über Nacht alle Vokabeln gelernt oder den schwierigen Verhandlungspartner mit Ihrer Augenbewegung zu einem anderen Angebot bringen können?

Vielleicht schwitzen Sie auch gerade beim Hot-Yoga, führen die fünf Tibeter aus oder eine esogetische Farbpunktur durch? Sind Sie Bachblütler?

Wenn Sie jetzt schmunzeln müssen, hätte ich mein Ziel erreicht, denn lassen Sie auch Ihre Unternehmensbilanz auspendeln oder buchen einen Schamanen, bevor Sie die Excel-Tabelle erstellen? Überall dort, wo 3*3 nicht gleich 9 ist, wo wir differenzierter, bedachter und gut vorbereitet vorgehen müssen, vertrauen wir allzu schnell Experten, die manchmal keine sind.

Hinzu kommt unsere Testgläubigkeit, auch BARNUM-Effekt in der Psychologie genannt. Der Zirkusdirektor Phineas Taylor Barnum hatte einst das Erfolgskonzept, das auf dem Motto beruhte: „Ein bisschen für jeden!“ So zeigte er in seinem Kuriositätenkabinett sehr unterschiedliche und erstaunliche Dinge. Der zweite Grund für die Benennung der Testgläubigkeit nach ihm war sein Ausspruch: „Jede Minute wird ein neuer Trottel geboren“. Nun stellen Sie sich vor, ein Guru im weißen Kittel verliest vor Ihnen eine Beurteilung, die folgendermaßen beginnt: „Sie brauchen unbedingt Menschen um sich, die Sie mögen und bewundern. Sie verfügen über ungenutzte Fähigkeiten, die Sie nicht zu Ihrem Vorteil nutzen. Obwohl Sie einige persönliche Schwächen haben, sind Sie im allgemeinen in der Lage, diese auszugleichen…“ usw. usf. Nicken Sie heimlich? Trifft das auf Sie zu? Sind Sie „Jedermann“, der Barnumsche Trottel? Bitte beachten Sie, dass es noch andere „Jedermanns“ gibt, z.B. den in Salzburg, gerade von Lars Eidinger meisterhaft gespielt.

Bitte stellen Sie sich vor, die oben erwähnten Verfahren, die immer nach dem Prinzip funktionieren: „Es nützt nicht viel, schadet aber auch nichts.“ wenden Sie in Ihrem Unternehmen an. Alle werden zufrieden sein, keinem wird weh getan. Niemand wird an- oder aufgeregt. Bringen sie dann Entwicklung? Helfen sie Lösungsansätze zu erstellen? Wohl nicht. Sie helfen jedoch, die vermeintlichen Experten etwas reicher zu machen.

Vertrauen Sie den Fachlebensläufen derer, die Sie buchen? Welchen? Werden Sie und Ihr Team zur Reflexion und Metareflexion angeregt? Welcher Methodenmix wird Ihnen wozu geboten? Hinterfragen Sie Angebote, Erfahrungen und Qualifikationen von Coachs und Trainern!

Malen Sie gerade bei Vollmond ein Mandala aus, um Ihren Zorn über diese Worte zu besänftigen? Malen Sie weiter! Es ist psychologisch erwiesen, dass Sie bei Neumond über die Linien kritzeln werden.

 

Sind Online-Seminare mit Witz und Esprit überhaupt möglich?

„Wenn man Digitalisierung richtig betreibt, wird aus einer Raupe ein Schmetterling. Wenn man es nicht richtig macht, hat man bestenfalls eine schnellere Raupe.“ (Georg Westerman)

Schon wieder eine langweilige TelKo? Die Teilnehmer wären lieber bei Ihnen im Seminarraum? Der eine muss kleine Kinder betreuen, der nächste findet es öde, den nächsten langweilt die Inaktivität der anderen? Warum will niemand die Kamera einschalten? Fällt schon wieder der Router aus? „Halloooo, bin ich zu hören?“ Warum funktioniert meine Kamera nicht? „Moment, ich höre Sie nicht, mein Nachbar arbeitet gerade mit der Bohrmaschine.“ „Das strengt so an. Mir tun die Augen weh.“ „Ist das die Straßenbahn, die da quietscht? So verstehen Sie mich doch gar nicht. Steigen Sie doch erst einmal aus der Bahn aus, ehe Sie mir weiter folgen.“ Das muss so nicht sein! Gestalten Sie Ihre e-learning-Angebote lebendig, witzig und abwechslungsreich!

Was ist aus uns im Lockdown I und II in den vielen Stunden vor dem Notebook geworden? Die Meinungen von Seminarleitern, Trainern und Coachs sind geteilt. Manche lieben ihre Freiheit vorm Rechner: kein langer Weg ins Hotel oder in einen Seminarraum stand an. Manche aber hassten die immer gleiche Strecke zwischen Arbeitszimmer, Kaffeemaschine und WC. Der eine oder andere musste daran denken, vorher die Tür zu schließemn oder den Audio- und Kameraempfang zu beenden, bevor er die Toilettenspülung betätigte oder den Reißverschluss der Hose nach oben zog. Der Spaziergang um den Block oder der Gang in den Supermarkt wurden zum Highlight des Tages.  Wir fühlten uns einsam. Kein ungläubiger Blick zeigte uns, ob etwas verstanden wurde oder noch einmal erklärt werden musste. Vom Mausarm, verspannter Schultermuskulatur und den dazu gekommenen Kilos wollen wir gar nicht erst anfangen…

Wir Lehrende fragen uns jedoch immer wieder, wie es weitergehen wird. Werden wir in eine Gesellschaft der sozialen Distanz wechseln? Kommt auch in der Erwachsenenbildung eine Form auf uns zu, die weitgehend auf körperlichen Kontakt und physische Nähe verzichtet? Fallen ermutigendes Schulterklopfen und der vertraute Handschlag für immer weg?
Oder führt das Zuviel vor den Monitoren zu einer Intensivierung menschlicher Kontakte und auch der Präsenzveranstaltungen? Bleibt alles beim Alten? Vielleicht bekommt aber das Digitale und Effiziente nochmal einen Schub und wird unseren Arbeits- und Lebensstil dramatisch verändern. Rückt dann Betriebswirtschaft in den Fokus und nicht mehr der Lernende? Große Bereiche der persönlichen analogen Kommunikation werden möglicherweise durch digitale Techniken ersetzt. Home-Learning, Video-Konferenzen, Lernen mit virtuellen Brillen, Apps, Scrum-Manager… Gibt es einen fortführenden Boom an digitalen Geschäftsmodellen, werden vorhandene analoge Formen mehr und mehr umgestellt? Schießen neue Geschäftsmodelle wie Pilze aus dem Boden? Kommt es mit der voranschreitenden Digitalisierung auch zu einer Renaissance bzw. Verstärkung veralteter Kulturtechniken? Erlebt Business-Etikette im Miteinander ihre berechtigte Renaissance?

Das Sachsen Institut hilft Ihnen bei der Vor- und Nachbereitung der Online-Seminare, Kombination unterschiedlicher Medien, der Mischung aus Präsenz und rechnergestütztem Lernen, Umgang mit unterschiedlichen e-learning-Modulen, Methoden im webinar für das Kennenlernen, Organisatorisches, Inhaltliches, Feedback, bei online-Rollenspielen und -Coaching. Vielleicht entdecken Sie auch ein paar Spiele mit Witz und Esprit.

Und denken Sie immer daran: Eine Gesellschaft ohne eine ausgeprägte persönliche Nähe und ohne analoge Kommunikationsformen verliert den Zusammenhalt und verödet. Schließlich wollen wir keine schnellere Raupe sein, sondern warten auf die Metamorphose.

Humor in der Pflege und Betreuung

„Die Menschen werden schöner, wenn sie lachen. Ihre Augen bekommen einen anderen Glanz, wenn sie sich freuen.“, sagte einst Rolf Herricht, der bekannte Schauspieler und Komiker. Warum sollte das für kranke oder demente Menschen nicht gelten? Es gilt für uns alle! Wenn meine schon demente Großmama leicht in die Knien wippte und den alten Schlager der 20er Jahre anstimmte: „Lila Socken, die sind modern, lila Socken tragen junge Herrn.“ wussten wir als Familie, dass das ein guter Tag für sie und uns wird. Wenn dann noch Musik und Lachen zusammenkommen, zeigen alle eine ganz andere Präsenz und der Körper antwortet mit dem Glückshormon Endorphin. Das verriet auch jüngst die fünfteilige Dokumentation im ZDF „Unvergesslich – der Demenzchor“. Humor erfüllt in unserem Leben vielfältige Funktionen. Es unterstützt die menschlichen Beziehungen, hilft beim Umgang mit delikaten Situationen, fördert Gruppenzugehörigkeit, ermöglicht es uns, die Kontrolle über das Geschehen zu behalten, erleichtert bei belastenden Gefühlen (Angst, Stress, Anspannung) und baut Frustration und Ärger ab. Nicht zuletzt ermöglicht er uns, im Perspektivenwechsel etwas über uns zu lernen. Humor kann für uns sogar eine therapeutische Wirkung haben.

Für das gemeinsame Lachen in Therapie, Pflege und vielleicht sogar Sterbebegleitung helfen uns Fragen, die uns zu Freude und mehr Entspannung führen können:

  • Nennen Sie drei Dinge oder Personen, die Sie zum Lachen bringen!
  • Welche humorvollen Erinnerungen haben Sie aus der Kindheit?
  • Welche Art von Humor mögen Sie?
  • Welche Komiker mögen Sie? Welche mögen Sie nicht?
  • Wie würden Sie Ihren Sinn für Humor beschreiben?
  • Wie erleben Sie Humor trotz Ihrer Krankheit?
  • Wie hat sich Ihr Humor im Laufe der Krankheit verändert?
  • Welche negativen Seiten von Humor kennen Sie?
  • Welche Art von Humor schätzen Sie beim Personal?
  • Was halten Sie von Klinikclowns oder Besuchen mit Haustieren?

Nur denken Sie daran: Ein Clown macht noch keinen Humorfrühling! Wenn Sie Humor fest für Personal und Klientel in Ihrem Alltag integrieren wollen, sollten Sie Humorpläne aufstellen. Ja, Sie haben richtig gehört: Sie müssen bewusst das Lachen in den (Arbeits)alltag integrieren. Freude lässt sich planen. Überlegen Sie, wie das gehen kann? Dann kommen Sie doch auf das Sachsen Institut Leipzig zu und buchen Sie unser Seminar „Humor in Pflege und Betreuung“.

Zum Schluss natürlich noch einer meiner Lieblingswitze:

Ein Biologe, ein Physiker und ein Mathematiker beobachten ein Haus. Einer geht hinein, drei kommen heraus. Der Biologe: „Das ist der Lauf des Lebens.“, Physiker: „Ja, ja, Parameter können sich ändern.“ Mathematiker: „Wenn jetzt noch zwei hineingehen, ist keiner mehr drin.“

Zehn gute Gründe für das Sachsen Institut Leipzig

  1. Freude und Engagement an der Entwicklung anderer
  2. Persönlichkeitsentwicklung und Reflexion
  3. Lösungen für Ihr Unternehmen
  4. Qualifizierung nach Maß
  5. Jahrzehntelange Erfahrung in Bildungsberatung, Projektleitung, Weiterbildung, Training und Coaching
  6. ständiger Praxisbezug
  7. Beispiele, Metaphern, Story Telling
  8. Transparenz und Sachlichkeit
  9. Kombination von Neuigkeiten mit Altbewährtem
  10. gelebte Partnerschaft

VUCA – Change Management für Könner

Was ist los? VUCA!

VUCA ist ein Akronym und steht für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity. Erstmals 1985 beschreiben die Wirtschaftswissenschaftler und Universitätsprofessoren Warren Bennis und Burt Nanus in ihrem Buch „Leaders. The Strategies For Taking Charge“ die Herausforderungen von verschiedenen externen Faktoren für Management und Leadership und welche Folgen daraus für die Unternehmensführung entstehen. Zu Beginn der 1990er Jahre war VUCA die Antwort des US Army War College auf den Zusammenbruch der UdSSR. Durch den Wegfall des „Ostblocks“ als „der eine Feind“, ging es darum, neue Sicht- und Reaktionsweisen unter den Bedingungen von Flüchtigkeit, Ungewissheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit zu finden und umzusetzen (Quelle: www.vuca-World)

Volatility – Volatilität. Flüchtigkeit.

Kluge Geister sagten einst, dass das einzig Stabile in unserer Welt die Veränderung sein. Wir erleben eine sich ständig verändernde, instabile Welt, in der Veränderungen oft unvorhersehbar sind. Ereignisse verlaufen völlig unerwartet und Verstehen von Ursache und Wirkung ist oft sehr schwierig.

Uncertainity – Ungewissheit und Unsicherheit

Die Vorhersehbarkeit und Berechenbarkeit von Ereignissen nehmen rapide ab. Unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit verlieren ihre Relevanz in der Gegenwart. Planungen, Trends, Prognosen werden fast unmöglich. Oft wissen wir nicht, welche Richtung wir einschlagen sollen.

Complexity – Komplexität

Unsere Welt wird immer komplexer. Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich jedes halbe Jahr. Erkennen wir noch den Ursache- Wirkungs-Zusammenhang? Unsere Entscheidungen werden zu einem oft nicht mehr steuerbaren Geflecht aus Reaktion und Gegenreaktion. Die Entscheidung für den einen richtigen Weg ist kaum möglich. Alle Wege gleichzeitig zu gehen, ist ebenfalls nicht machbar.

Ambiguity – Mehrdeutigkeit

Zwischen schwarz und weiß gibt es viele Grautöne. Die Anforderungen an Organisationen und Führung von heute sind widersprüchlicher und paradoxer denn je und stellen das persönliche Wertesystem von Führungskräften und Unternehmensleitbilder auf den Kopf. Warum machen wir etwas? Wie machen wir etwas? werden die entscheidenden Fragen bei Entscheidungen.

Für Führungskräfte in den Unternehmen bedeutet das, empathisches Verhalten zu entwickeln: sich mehr mit den Kunden und Mitarbeitern und deren Bedürfnissen zu beschäftigen, um daraus wirksame Strategien abzuleiten. Sinn und Beweglichkeit rücken in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns. Dynamische Entwicklungen hinterfragen Glaubenssätze somit immer schneller. Ansätze veralten, neue kommen hinzu, andere müssen aufgegeben werden. Speed-Change-Management für Könner? Sicher kann man das so zusammenfassen.

Was hilft? VUCA!

Vision

Vermitteln Sie ein Bild einer wünschenswerten Zukunft, von dem Motivation ausgeht!

Understanding

Versuchen Sie, Zusammenhänge deutlich zu machen.  Denken Sie rückwärts! Versuchen Sie vom Ergebnis Handlungsschritte abzuleiten. Wandeln Sie Ängste und Reibung in positive Arbeitsenergie um!

Clarity

Bleiben Sie klar und einfach!

Agility

Hierarchische Führungsmuster haben ausgedient. Bleiben Sie offen, beweglich, gehen Sie einen Schritt zurück, um anschließend wieder zwei vorwärts zu machen. Fördern Sie Ihre Mitarbeiter und eine entsprechende Fehlerkultur im Unternehmen!

Lassen Sie sich dabei vom Sachsen Institut Leipzig begleiten, damit Sie nicht hinterher sagen. Es war nur VUCA, aber ich habe es nicht erkannt. Hätte ich doch VUCA gehandelt.

 

 

Business ändern – durch gendern?

Wie heißt es denn nun richtig? Wem biete ich meine Leistungen an? Sind es Studenten? Studierende? StudentInnen? Student:innen? Oder Student*innen? Oder gar Student*Innen? Nun ist nicht jeder Student auch ein Studierender, sonst gäbe es nicht jene, die durch Prüfungen rutschen oder eher ihr Studentenleben genießen und nicht so häufig im Hörsaal wiederzufinden sind.

Das Gendern ist in aller Munde. Identitätspolitik auch. Doch ändert das unseren Umgang miteinander im Geschäftsleben? Gehört es heute zur Business-Etikette dazu? Muss ich gendern, wenn die Generation Z und Alpha wert darauf legt?

Ich gehörte einst zum ersten Jahrgang an der Universität, der zwischen „Diplomkaufmann“ und „Diplomkauffrau“ als Titel wählen konnte. Ich entschied mich für die letzte Variante. Spreche ich den jungen Menschen die Wahl ab? Verstehe ich LGBTQ nicht? Bin ich alt geworden? Nicht offen genug?

Sprache ändert sich. Bedingungen ändern sich nicht so schnell. Sprache ändert nicht Bedingungen im realen Leben da draußen. Frauen haben im Jahr 2020 in Deutschland leider immer noch 18 % weniger verdient als ihre männlichen Kollegen. Auch 2020 waren nur 28 % der Führungspositionen von Frauen besetzt. Deren Anteil ging sogar zu 2019 noch um 2 % zurück. Die sozialen Unterschiede hat bisher auch kein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ausgeglichen.  Die gläserne Decke existiert. Die Schuhsohlen der männlichen Kollegen sind mit einem Blick nach oben zu erkennen.

In Rechtsprechung, Wissenschaft, Verwaltung, Militär oder Polizei sind Ostdeutsche in entscheidenden Positionen bis heute kaum anzutreffen, in den Chefetagen großer Unternehmen erst recht nicht. Man spreche hier von 1 bis 3 %. Sind sie dümmer? Sind sie weniger geeignet? Wohl nicht. Westdeutsche Eliten bleiben unter sich. Stallgeruch entscheidet? Männer bleiben unter sich?

Mehrfach hatte ich es in meinem Arbeitsleben auch mit Transpersonen zu tun. Hinter ihren Rücken sprach man Sätze aus, wie: „Da kommt wieder das Es.“ Manche lächelten über Lippenstift oder die tiefe Stimme am Telefon.

Ja, Diskriminierung im Alltag, auch im Geschäftsleben, besteht. Man kann sie durch einen wertschätzenden, neutralen, sachthemenbezogenen Umgang miteinander beenden. Man stoppt sie mit Empathie und Verständnis. Man hebt sie nicht mit strengen Regeln in Social Media, mit Diversity-Unternehmenssprechdoktrin auf.

Es gibt den Begriff des „Greenwashings“ von Unternehmen, wenn sie ihren Produkten und Leistungen im Marketing einen grünen, nachhaltigen Anstrich geben, der keiner ist. Liebe Geschäftspartner:*Innen: bitte vermeidet „Genderwashing“, sondern schätzt Euer Gegenüber als Mensch. Menschlichkeit ändert Business.

New Learning – Weiterbildung post Corona

Was ist dieses „New Learning“? Ein neues Schlagwort? Schwitzten Sie während der Lockdowns auch vor Ihren Geräten im Home-Office und klickten sich mühsam durch zoom, jitsimeet, MS Teams oder Big Blue Button? Fluchten Sie innerlich, wenn wieder einmal die WLAN-Verbindung zusammenbrach und der Telekom-Mann mit einem Bündel bunter Kabel in der Hand vor Ihrem Haus in einem Graben saß und auf die Frage, wann es denn weiter ginge, mit den Schultern zuckte? Lief Ihre Katze wieder einmal über die Tastatur, als Ihr Dozent die Fragen für den Test verriet? Brannten in der Küche die Kartoffeln an? Dann geht es Ihnen wie mir.

Wie wird sich das Lernen für uns Erwachsene verändern? Haben Stift und Papier völlig ausgedient? Findet der Erwerb von Wissen nur noch in Eigenregie und on the job statt? Sind die Geheimrezepte hybride Lernformen mit einem Mix aus Präsenz und e-learning? Müssen Seminare schneller adressiert und digitaler werden? Brauchen wir ein höheres Maß an Experimentierräumen und Selbsterfahrung? Oder bleiben wir nicht immer soziale Wesen, die sich persönlich, auch nonverbal austauschen wollen und müssen? Wie dem auch sei: Wahrscheinlich gilt vor allem eine Prämisse:  Unternehmen sehen sich immensem Entwicklungsdruck durch die sich immer schneller verändernden Märkte ausgesetzt und sind gezwungen, ihre Arbeitsorganisation flexibler und beweglicher zu machen. In immer kürzeren Zyklen veraltet Wissen und neues muss dazu gewonnen werden. „Agilität“ und „New Work“ werden zu Schlagworten.  Doch welche Lernform Sie, Ihr Unternehmen oder Ihre Mitarbeiter auch bevorzugen, das Sachsen Institut Leipzig kann Ihnen dabei ein Partner sein, der sowohl mit dem Mitarbeiter mit dem Kabelbündel ein nettes persönliches Gespräch führen als auch einen e-learning-Prozess mit neuen Methoden begleiten kann.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Kennen Sie das? Scorecards, Organisationsaufstellungen, VUCA-World, agiler Führungsstil, Scrum Manager, Design Thinking. OKR-Ziele, Canvasierung und und – und langsam verstehen Sie kein Wort mehr? Um sich von alten Vorgehensweisen abzusetzen und diese für die Generation Z und Alpha „hip“ zu gestalten, werden alte Managementmethoden neu inszeniert. Gängige Vorgehensweisen eignen sich hervorragend als Mittel derartiger Aufhübschung und ziehen sich durch die Seminar-, Trainings- und Coachingwelt. Mitarbeiter werden trainiert und schütteln verwundert die Köpfe. Die Trainings- und Coachingindustrie hat schnell auf den anscheinend neuen Bedarf reagiert. Dabei haben diese Trainingsmethoden nur geringen Einfluss auf Realität von Organisationen. Aus einem hochgetuntem alten Manta wird kein Porsche.

Unsere eigentliche Aufgabe ist es, das Problem zu erkennen, Lösungsansätze gemeinsam zu erarbeiten. Werkzeuge, „hipper“ Tools sollen immer nur Mittel zum Zweck sein. Schnell agierende Organisationen sichern Unternehmen ein langfristiges Überleben und bereiten Mitarbeiter und Führungskräfte darauf vor, in unterschiedlichen Kontexten erfolgreich zu sein. Ich wage die These, dass das eine oder andere Tool dabei bald keine Rolle mehr spielen wird. Achten Sie auf ein zielorientiertes Vorgespräch mit ihrem Auftragnehmer, damit Ihnen der Wein, egal, ob alt oder neu auch mundet und seine Aromen entfaltet.